(Anmerkung: So war das damals bei mir (heute gibt es ja nur noch den Freiwilliger Wehrdienst, FWD) - ich war Grundwehrdienstleistender, GWDL und machte Grundwehrdienst, GWD, und verlängerte um 3 Monate auf Freiwilliger Wehrdienst Leistender, FWDL. Ich war 2002-2003 bei der Bundeswehr.)

Der Erste Tag in der Grundausbildung (AGA)? Die erste Woche?

War nicht so angenehm gewesen.

Ich kam mir vor wie ein Stück Vieh, ohne Namen, nur ne Nummer. Sowieso fand ich die erste Woche das Härteste an der ganzen BW-Sache, und zwar genau die ersten 3 Tage. Ich wär am liebsten weggelaufen.

Jedoch geht es jedem so ähnlich und nach kurzer Zeit ist es lange nicht mehr so extrem.

Und du musst bedenken: Heute ist ja alles freiwillig in Deutschland… Jeder kann so Durchschnittlich sein – wie er will und dennoch hier existieren. 2002 war jedoch nichts freiwillig. Entweder im Schlamm liegen oder als Zivi Essen ausfahren. Und jetzt mein Bloß nicht – alte Leute rumfahren wäre cool – im Prinzip nimmst da jedem Vollausgebildeten Pfleger den Job weg – verdienst 500€ im Monat, statt nem Pfleger nen gutes Gehalt zu zahlen. Gut, gibt es ja nicht mehr zum Glück diesen Blödsinn “Billige Zivis” statt “marktgerechtbezahlter” Pfleger…

Dennoch: Ich hab mich für ein Jahr Schlammrobben und Panzerfaust entschlossen. War ne gute Wahl. Wie gesagt. Nur die erste Woche war echt zum kotzen.

Grundausbildung erste Woche und erster Tag Tipps

Ihr solltet auf jeden Fall pünktlich sein! Kommt besser etwas zu früh. Denn:

Wenn ihr so gegen 9 Uhr kommt, seid ihr noch vor dem Mittagessen fertig mit Personalkrams und werdet zur Tränke hingeführt.

Militärisch 15 min Zeit, aber ihr werdet noch lernen, schnell zu essen :=)

Und nehmt nicht soviel privater Schrott mit! Nur das Notwendigste!

Ablauf

Am Anfang werden diverse Personalsachen durchgeführt, dann gabs Zimmer, stellt bloß keine Fragen zu viel und merkt euch das, was sie sagen.

  • Auch fast 20 Jahre später erinnere ich mich an den Spruch von HG Butte “Lachen Sie mal- wir reissen hier Ihnen nicht den Kopf ab – noch nicht.”

HG Butte blieb übrigens noch nach meiner Dienstzeit da. Ich glaub der musste echt auf volle 23 Monate damals gemacht haben – ich glaub das war die maximale FWDL Zeit 2002/2003.

Dennoch:

Es war alles ein geordnetes Chaos und ging mir so auf den Nerv. Wir hatten am 1. Tag fast alle Klamotten schon und abends gabs den “Maskenball” – verrate ich jetzt nicht mehr. Macht Spaß. Also den Ausbildern, nicht euch.

Aber das werdet ihr selbst kennenlernen.

Um 10 war der Tag gelaufen und ich war froh, als ich im Bett lag. Die Matratze damals durchgeliegen, ähnlich ner Hängematte. Alte Bundeswehr betten haben ein Metallgeflecht, kein Gitter und kein Holzlatten. Dieses Geflecht liegt sich nach 50 Jahren halt durch.

Manche brachten von zuhause dann nen Holzbrett mit – es war dann wenigstens Gerade, wenn man schlief :). Ich denke heute, da alles freiwillig ist – schlafen die Soldaten sicher in Wasserbetten ;). Ne, Spass bei Seite.

Tag 2 sassen wir dann bei der Einkleidung so glaub ich 4 Stunden rum … Dann ging es stramm und strammer. Bis Stiernacken und T-Rex Arme sich bilden und die Nato-Bräune euch in ein menschliches Zebra verwandelt.

Dennoch:

Die nächsten Wochen wurden anstrengend, aber es ging. Es war eine gute Zeit, ich hab vieles gesehen, was ich wohl nie wieder in meinem Leben machen werde.

Entdecke jetzt, wie du warme Hände und Füße haben wirst! Tipps für warme Hände und Füße!

Eignet sich natürlich auch außerhalb eures Dienstes..

Empfehlenswertes Zubehör für Grundausbildung

Welches Zubehör kann ich empfehlen? Für deine erste Zeit und erste Woche im Wehrdienst benötigst du:
  • Xenofit Hirschtalg-Sportcreme - hilft extremst Blasen vorzubeugen!! Selbst getestet.
  • Compeed Blasenpflaster - hilft, wenn die Blase einmal da ist.. Und hilft, damit die Blase nicht schlimmer wird, wenn sie da ist.. Diese Pflaster sind super bei großen Blasen.
  • Leukoplast - damit könnt ihr Blasen überkleben.
  • Panzertape - besorgt ihr euch vorher, damit klebt ihr eure Fersen zu. Auch nach 20 km bekommt ihr dann keine Blasen!
  • Original BW Unterhemd. Kauft euch zwei zusätzliche. Ihr werdet sehr viele dieser Dinger verschwitzen und werdet froh sein, wenn ihr zusätzliche habt. Es gibt von der BW nur 3, und die sind zu wenig! 2x kaufen, dann habt ihr genügend T-Shirts zum wechseln (glaubt mir einfach...).
  • *Pinzette, um Zecken zu entfernen & eine Zeckenzange (beides kaufen und mitbringen! Das eine ist für euch, das andere für die Kameraden - die es dann verlieren... wie so oft ... ). Lass die Finger von den üblichen Apotheken-Plastikkackdinger - die taugen nichts und quetschen die Zecken>Infektionsgefahr. Ne spezielle Zange & Pinzette ist das beste, wie hier. So hasst du beides in einem: diese Zange zum herausheben oder Pinzette - je nachdem wie groß der Bock ist und wie schwer oder leicht erreichbar. Und diese Scheckkartenformate sind bei Hund oder Mensch unpraktisch. Und wenn: GANZ LANGSAM herausziehen - dann passiert nix euch. Nicht reissen, kein Drehen, kein Hebeln. Die müsst ihr nicht im Marschgepäck dabei haben - auf der Stube lassen genügt. Und ihr werdet euren Kameraden ne Freude machen: Die haben garantiert nichts.

Tipps für die Kampfstiefel

  • Ein Geheimtipp: Seal-Skinz wasserdichte Socken - denn eure normalen Kampfstiefel sind nur aus Leder: nach 24h Einsatz im Biwak oder Gelände bei feuchtem Wetter wirds innen nass, dann gibts Reibung und Blasen. Da ist gleich so ein paar bei Feuchtigkeit zu tragen echt super.. Zu meiner Zeit gab es sowas feines leider noch nicht, aber heute habt ihr die Möglichkeit, eure Füße länger trocken zu halten. Ich nutze diese in normalen Stiefeln und nasse Füße sind Geschichte! Sind etwas teuer, das stimmt, aber halten dicht bei nassem Wetter. Und trockene Füße geben keine Blasen! 1 Nummer Größer kaufen: habt ihr Fußgröße 42-43, dann 43-46 kaufen, etc. Oder einfach einszueins passend zur SCHUHgrösse kaufen.
  • Die besten Socken produziert Falke: FALKE Herren Trekking-Socke TK 2, die genannten Socken zeichnen sich durch gute Passform aus und sind dort verstärkt, wo man sich schnell Blasen holt (Zehen und Ferse). Zieht diese unter eure oliven BW-Socken, dies ist ein weiterer Geheimtipp, Blasen vorzubeugen. Es ist Vorschrift (ZDV), dass ihr immer die BW Socken sichtbar in die Schuhe anziehen müsst - aber es gibt zum Glück keine Vorschrift, die 2 Socken anziehen verbietet :-). Ich empfehle immer 2 Paar Socken in die Stiefel anzuziehen: Schweiss wird aufgesaugt, Blasen vermieden und die Kampfstiefel sitzen besser und scheuern nicht. Denkt auch daran, alle eure Socken nur mit wenig Waschmittel und keinem Weichspüler zu waschen! Jeder Rest von Waschmittel in den Socken weicht zusätzlich eure Fusshaut auf: Blasengefahr (alter Tipp vom Uffz.. - der stimmt).

Der ULTIMATIVE Ausrüstungstipp für den Dienst

Nen Tipp, denn ihr werdet keine haben oder mit eurer ollen Fozzil Uhr auftauchen wollen: Ne Billige, aber wasserdichte Casio Uhr MIT Licht drin. Wie z.B: diese Casio Uhr*.

Warum? Erstens habt ihr immer ne genaue Uhrzeit.

Zweitens: Habt ihr nen Wecker und braucht euer doofes Handy nicht mit rumschleppen. Ganz ehrlich: 5 Tage Biwak und euer Handy ist dabei? Am besten noch mit Akkupack? Jetzt komm, verarsch mich nicht… Die Mumu deiner Fräundin wird nicht trocken, wenn dein Akku leer ist und du nicht anrufen kannst. Aber dein Stuffz wird dich morgens raus föhnen, wenn du nicht früh genug vom Kamerad oder deiner Casio geweckt wirst. Und für die Akkudose kannst du dir paar Riegel mitnehmen. Die halten dich fit, die Lithiumbatterien nicht.

Drittens: du hast ne MINILAMPE drin. Stockdunkel? Akku vom Doofphone ist leer und der Akkupack beim Kameraden steckt in seiner Unterhose zum Aufwärmen der Klöten? Dann freust du dich, wenn du ne kleine Lampe am Handgelenk hast, die blinkt um Stockdunkelwald und du siehst, welche richtug du aussem Schlafsack aussteigen kannst. Hab gehört, in so nem Schlafsack kann es dunkel sein.

Viertens: das ding sollte mindestens 50m Schwimmdicht sein - dann schaffst du auch die Schwimmprüfung ohne Uhr abfummeln zu müssen. Wenn du tauchen musst, nimm 100m Dichtheit. Die genannte Uhr kostet nicht mal nen Zwanni und ist 100m dicht.

Fünftens: Hast nen wasserdichten Plastikbomber mit Minilampe und Wecker am arm, wird es dir auch egal sein, wenn du dich im Matsch oder in den Graben wirfst. Oder von der HiBa über ne Holzlatte kugelst. Bei deiner Achsotollen-Fozzil-Uhr wirst dich nicht ins Feld werfen.

Sechtens: Beim NACHTALARM machen die Uffze auch nicht immer für euch das Licht an. Da seid ihr froh, wenn ihr ne Minilampe am Handgelenk habt, um den Weg zum Spind zu finden...

Die genannte Casio langt dicke und ist unauffällig schwarz. Ne schlichte G-Shock tut es auch, was gescheites kostet aber um die fünfzig euro.

Ich hab dir übrigens die 100m Variante von Casio ausgesucht. Dann kannst du auch nach der Gewehrattrappe im Pool tauchen, wenn du die Schwimmprüfung ablegen musst 🙂 Hier meine Empfehlung: diese Casio Uhr*.

Alexander berichtet über seine Zeit & Erfahrung beim Heer 2002-2003

  1. Warum hast du dich dafür entschieden Wehrdienst zu leisten? Oder war das damals noch Pflicht als du das gemacht hast?
  2. Was hat es mit der Musterung auf sich, was passiert da konkret?
  3. Wie lange geht der Wehrdienst?
  4. Was lernt man da alles?
  5. Ist man dann permanent im Dienst oder darf man zwischendurch auch nach Hause?
  6. Kann man selbst entscheiden ob man hier in Deutschland stationiert bleibt oder zum Beispiel nach Afghanistan muss?
  7. Wie viel verdient man?
  8. Wie sind die Karrierechancen nach dem Wehrdienst?
  9. Mit welchen Waffen hantiert man alles?
  10. Wie viel Fitnesstraining gibt es? Sollte man da bereits ein Mindestmaß an Fitness mitbringen?
  11. Ist das Essen so schlecht wie es ihm nachgesagt wird?
  12. Was hat dir persönlich Spaß gemacht?